L Ski Alpin

Lena Dürr brachte ihre ganze Wut zum Ausdruck. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

WM-Zündstoff: Fliegende Stöcke und Vonns bitteres Ende

Deutschlands hergeschenkte erste Medaille, ein Wutausbruch im Zielraum, eine enttäuschte Lindsey Vonn und Tränen bei Siegerinnen und Geschlagenen – die Ski-Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm hielt auch zu Beginn der zweiten Rennwoche große Emotionen parat.

Die völlig frustrierte Lena Dürr warf erst in hohem Bogen einen ihrer Skistöcke durch den Zielraum und vergoss später dann auch ein paar Tränen. Sie sei „richtig enttäuscht“, sagte die deutsche Skirennfahrerin nach dem Drama in der Team-Kombination.


Die erste Medaille für Deutschland bei der WM in Saalbach-Hinterglemm war zum Greifen nah – ehe Dürr im entscheidenden Slalom patzte. So wurde es nur Platz 17 für Dürr und ihre formstarke Teamkollegin Emma Aicher. Gold sicherte sich US-Star Mikaela Shiffrin mit Abfahrts-Weltmeisterin Breezy Johnson.

„Das passiert. Es ist gar nicht schlimm“ Emma Aicher

„Wenn man jemand anderen mit reinzieht, tut es doppelt weh“, sagte Dürr. Sie hatte gehofft, sich mit der im Ziel auf sie wartenden Aicher über Edelmetall freuen zu können. Stattdessen mussten sie gemeinsam leiden. „Das passiert. Es ist gar nicht schlimm“, sagte Aicher, die ihre zwölf Jahre ältere Kollegin zuvor lange in den Arm genommen und getröstet hatte. Im Slalom am Samstag wolle sie „das Blatt wenden“, kündigte Dürr an. Es wird eine er letzten deutschen Medaillenchancen bei den Titelkämpfen in Österreich. 2023 in Méribel hatte Dürr WM-Bronze geholt. Nun muss sie aber erst mal einen Dämpfer verdauen.

Bitteres Ende für „Schildkröte“ Vonn

US-Ausnahmeathletin Shiffrin jubelte gleich bei ihrem ersten Auftritt bei dieser WM über Gold. Vor gut zwei Monaten hatte sie bei einem Sturz in Killington eine Stichwunde im Bauchbereich erlitten, die operiert werden musste. Für den Riesenslalom an diesem Donnerstag sei sie mental daher nicht bereit, sagte sie. Für die Team-Kombination war sie es – und wie.

Lindsey Vonn spielte in ihrem letzten WM-Rennen nur eine Nebenrolle. © APA / TOBIAS STEINMAURER


Rückkehrerin Lindsey Vonn, die nur allzu gern mit Shiffrin zusammen gefahren wäre, belegte gemeinsam mit AJ Hurt Platz 16. Ein enttäuschendes Ende der WM für die 40-Jährige, die in der Abfahrt am Morgen große Probleme hatte. Sie sei „wie eine Schildkröte gefahren“, sagte die einstige Speed-Queen im ORF selbstkritisch. Vonn, deren großes Ziel ohnehin erst die Olympischen Spiele 2026 sind, konnte aber schon wieder lachen.

Ähnlich gemischt war die Gefühlslage bei Nicol Delago, die im SportNews-Interview zwar eine positive WM-Bilanz zog, im Team-Event mit Marta Rossetti aber doch „verlorenen vier Zehntelsekunden in der Abfahrt“ nachtrauerte. Es war dies der Abstand, der die beiden achtplatzierten Azzurre am Ende von einer Medaillen trennten.

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