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Nicol Delago hatte ein großes Lächeln im Gesicht. © det

Nicol Delago: Ein Befreiungsschlag mit Schönheitsfehler

Die WM-Abfahrt der Damen war voller Überraschungen. Und so konnte auch nicht unbedingt erwartet werden, dass Nicol Delago am Ende als beste Azzurra im Klassement aufscheinen würde. Was die Grödnerin nach ihrer starken Leistung sagte.

Aus Saalbach-Hinterglemm

Von:
Thomas Debelyak

Dass sich Nicol Delago – im Gegensatz zu vielen Topstars – auf der Ulli-Maier-Piste pudelwohl fühlt, das hat sie in dieser Woche in jedem Training gezeigt. Am Samstag in der Abfahrt war das nicht anders. Die Grödnerin schloss das Rennen an 8. Stelle ab und war damit beste Azzurra. Delago holte nicht nur ihr mit Abstand bestes Saisonergebnis (das war bisher ein 14. Platz), sondern tankte auch ordentlich Selbstvertrauen in einem Winter, der für sie bislang kein einfacher war.


Nach dem Rennen hatte Nicol (vor Schwester Nadia, die im Publikum saß) ein Lächeln im Gesicht – auch wenn es einen Wermutstropfen gab. „Bei einer WM zählen eben nur die Medaillen“, sagte die Grödnerin, ergänzt aber im gleichen Atemzug: „Was ich von hier mitnehme, ist, dass ich das gute Gefühl wiedergefunden habe. Das ist für mich schon Gold wert.“

Nicol Delago – ihr liegt die Piste in Saalbach-Hinterglemm. © APA / EXPA/JOHANN GRODER



Im Training hatte es Delago schon auf Platz 3 geschafft, dieses Mal fehlten ihr auf diese Platzierung eine halbe Sekunde. „Oben war ich schnell“, analysiert die Grödnerin, „es war im Mittelteil, wo ich einiges an Zeit liegen gelassen habe. Aber man muss auch sagen, dass die Top 3 wirklich super gefahren sind. Trotzdem: Es hat mir heute richtig Spaß gemacht.“

Die Wende in einem komplizierten Winter?

Dass Delago am Ende beste Azzurra war, war die Kirsche auf der Torte. Für sie spielte das jedoch keine allzugroße Rolle. „Es ist eine WM, und da zählen nur die ersten drei Positionen“, sagt die 29-Jährige. Für Delago ist es dennoch ein Befreiungsschlag in einer bisher komplizierten Saison.

Nach einem Schlüsselbeinbruch im September verpasste sie einen Großteil der Vorbereitung und kam in den Weltcuprennen kaum in Fahrt. Erst mit einem 14. Platz in Garmisch-Partenkirchen schaffte es die Südtirolerin auf den letzten Drücker zur WM, erkämpfte sich dort in einer internen Quali den Abfahrtsplatz und wusste am Samstag zu überzeugen. Das wird der Wolkensteinerin sicher einen Push für die nächsten Wochen geben.

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