L Ski Alpin

Sofia Goggia stand die ganze Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. © APA/afp / KERSTIN JOENSSON

Italienisches Fiasko in der WM-Abfahrt

Italiens Speed-Asse um Sofia Goggia haben die Abfahrten in diesem Winter regelrecht dominiert, doch ausgerechnet jetzt, beim großen Saison-Highlight, gingen sie völlig leer aus. Stattdessen jubelte bei der Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm ein US-Girl, das viele schon abgeschrieben hatten.

Drei Siege und sechs Podestplatzierungen hatten die Azzurre in den vier Weltcup-Abfahrten in diesem Winter eingefahren. Die Damen in den hellblauen Rennanzügen galten an Samstag in Saalbach-Hinterglemm als allergrößte Gold-Favoritinnen – doch ausgerechnet im WM-Rennen gingen sie erstmals in diesem Winter völlig leer aus!


Stattdessen stahl Breezy Johnson den Italienerinnen vor 16.000 Zuschauern die Show. Die US-Amerikaner hatte bis dato auf der großen Ski-Bühne noch kein einziges Rennen gewonnen. Sie hat überhaupt erst im Dezember eine 14-monatige Sperre abgesessen, nachdem sie mehrere Dopingtests verpasst hatte. De facto war sie schon weg vom Fenster – und jetzt ist Breezy Johnson Abfahrts-Weltmeisterin!

Breezy Johnson von der Hölle in den Himmel

Die 29-Jährige aus dem US-Bundesstaat Wyoming raste mit Startnummer eins auf Platz eins. An ihrer Zeit von 1:41,29 Minuten bissen sich in der Folge alle Konkurrentinnen die Zähne aus.

Breezy Johnson drängte in den Mittelpunkt des Geschehens. © APA / TOBIAS STEINMAURER


Am gefährlichsten wurde Johnson die österreichische Lokalmatadorin Mirjam Puchner, die mit 15 Hundertstel Rückstand Platz zwei belegte. Bronze schnappte sich die Ski- und Snowboard-Allrounderin Ester Ledecká aus Tschechien, die sich über ihre erste WM-Medaille im Ski Alpin freute. Johnsons Teamkollegin Lindsey Vonn reihte sich als 15. ins Klassement ein.

Nur Nicol Delago glänzt

Und die Favoritinnen aus Italiens Star-Ensemble? Sie enttäuschten allesamt! Super-G-Silbermedaillengewinnerin Federica Brignone schaffte es mit 1,19 Sekunden Rückstand als Zehnte gerade noch in die Top Ten. Laura Pirovano belegte Platz 13. Sofia Goggia fand überhaupt nicht in ihre gewohnte Angriffsspur und schwang als 16. enttäuscht ab.

Nicol Delago zeigte eine starke Vorstellung. © ANSA / ANNA SZILAGYI


Nur eine Azzurra konnte überzeugen: Nicol Delago. Ausgerechnet die Grödnerin, die sich erst im Training über die teaminterne Qualifikation ins WM-Aufgebot bugsiert hatte, stellte ihre namhaften Mannschaftskolleginnen in den Schatten. Sie zeigte zwar keine perfekte Fahrt, gleitete aber gut um die weiten Schwünge und schaffte es am Ende als Achte ins Spitzenfeld. Ihr fehlte nur gut eine halbe Sekunde auf eine WM-Medaille. Es war aber immerhin Delagos mit Abstand bestes Saisonergebnis – und das im wichtigsten Rennen des Jahres.



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