
Die Enttäuschung war Alex Vinatzer ins Gesicht geschrieben. © ANSA / ANNA SZILAGYI
Frust statt Party: Südtiroler Medaillentraum geplatzt
Was ist das für ein neues, spektakuläres Format! Die erstmalig ausgetragene Team-Kombination hat die Herzen der Ski-Fans sofort erobert. Bei den Herren gab es einen Schweizer Wahnsinn – und bei den Südtirolern viel Wehmut.
12. Februar 2025
Von: det
Erst startet ein Abfahrer, dann kommt der Slalomspezialist – und das Duo, das am Ende die schnellste Zeit aufstellt, gewinnt. Das neue Kombi-Format, das bei der Ski-WM in Saalbach erstmals ausgetragen wurde, ist simpel, aber genial. Und es sorgte am Mittwoch für mächtig Spannung und Drama.
Am Ende des spektakulären Rennens gab es zwei Erkenntnisse: Die Schweiz hat ihre Dominanz im Ski-Sport einmal mehr untermauert und krallte sich Gold, Silber und Bronze. Dafür sah man bei den Südtirolern lange Gesichter. Nach der Abfahrt noch auf Medaillenkurs, gab es am Ende nichts zu holen.
Dominik Paris erarbeitete eine starke Ausgangslage. © APA / EXPA/JOHANN GRODER
Aber der Reihe nach. Am Vormittag haben die Abfahrer ihren Teil erledigt, und dabei zeigten zwei heimische Athleten ganz stark auf. Dominik Paris, der im Super-G und in der Abfahrt jeweils eine Medaille ganz knapp verpasst hatte, legte einen bärenstarken Lauf hin und klassierte sich auf Platz 3, unmittelbar vor Florian Schieder, der mit Rang 5 ebenfalls ein dickes Ausrufezeichen setzen konnte.
Nun lag es also an den Slalommännern. Paris drückte dem Grödner Alex Vinatzer die Daumen, Schieder dem Gadertaler Tobias Kastlunger. Am Ende aber Wehmut statt Jubel: Für eine Medaille reichte es nicht!
Kastlunger kämpft, Vinatzer fädelt ein
Auf einer immer weicher und schlechter werdenden Piste ging in der Entscheidung zuerst Kastlunger ins Rennen, der sich tapfer durch den Stangenwald kämpfte und schlussendlich auf Rang 6 landete. Anschließend waren alle Augen auf Vinatzer gerichtet – und der frischgebackene Teamweltmeister war zunächst gut unterwegs. Obwohl der Grödner einiges an Zeit verlor, schien eine Medaille in Greifweite – bis „Vinni“ nach der zweiten Zwischenzeit einfädelte. Der Traum war geplatzt, und Vinatzer so gefrustet, dass er beinahe einen Stock mit dem Knie entzweite. Der mitfiebernde Paris stieß im Ziel ein Raunen aus.Die neuen Weltmeister: Franjo von Allmen und Loic Meillard. © ANSA / ANNA SZILAGYI
Die große Party stieg unterdessen im Schweizer Lager. Gold ging an Franjo von Allmen und Loic Meillard, Silber an Alexis Monney und Tanguy Nef, Bronze an Stefan Rogentin und Marc Rochat – das ist eine Machtdemonstration sondergleichen. Vor allem von Allmen wird immer mehr zum großen Star dieser WM: Nach dem Weltmeistertitel in der Abfahrt holte der 23-Jährige nun sein nächstes Gold.
Christof Innerhofer, der fünfte Südtiroler im Bunde, schickte seinen Slalomkollegen Filippo Della Vite als 15. ins Rennen. Der junge Azzurro kam nicht ins Ziel.
Ergebnisse
Pos. | Land | Namen | Zeit |
---|---|---|---|
GOLD | Schweiz 1 | Von Allmen/Meillard | 2.42,38 min |
SILBER | Schweiz 2 | Monney/Nef | +0,27 |
BRONZE | Schweiz 4 | Rogentin/Rochat | +0,43 |
4. | USA 1 | Cochran-Siegle/Ritchie | +0,69 |
5. | Österreich 2 | Hemetsberger/Gstrein | +0,80 |
6. | Italien 2 | Schieder/Kastlunger | +0,93 |
7. | Italien 3 | Casse/Gross | +1,07 |
8. | Deutschland | Jocher/Strasser | +1,20 |
9. | Norwegen 2 | Sejersted/Haugan | +1,30 |
10. | Frankreich 4 | Bailet/Muffat-Jeandet | +1,48 |
DNF | Italien 1 | Paris/Vinatzer | |
Italien 4 | Innerhofer/Della Vite |
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