
Er ist der neue Abfahrtschampion: Franjo von Allmen. © ANSA / ANNA SZILAGYI
Franjo von Allmen, der neue Posterboy der Ski-Welt
Er hat die Ski-Welt verblüfft – und das mit gerade einmal 23 Jahren. Franjo von Allmen holte sich am Sonntag Abfahrtsgold bei der WM. Dabei hing seine Karriere vor einigen Jahren nach einem Schicksalsschlag noch am seidenen Faden.
09. Februar 2025
Von: det/apa
Der nächste Schweizer Speed-Komet hat in Saalbach-Hinterglemm eingeschlagen. Franjo von Allmen krönte sich am Sonntag mit erst 23 Jahren zum jüngsten Abfahrtsweltmeister seit dem Deutschen Hansjörg Tauscher 1989. Das erst in dieser Saison mit bereits fünf Podestplätzen in die Weltspitze vorgestoßene Kraftpaket folgte seinem Landsmann Marco Odermatt auf dem Abfahrtsthron nach.
Erst vor zwei Jahren kam von Allmen in den Weltcup, im laufenden Winter feierte er im Wengen-Super-G seinen ersten Sieg. Bei seinem WM-Debüt im Super-G von Saalbach ging der Schweizer als Zwölfter noch leer aus, ehe er in der Abfahrt mit einem fabelhaften Ritt alle Mitfavoriten ausstach. „Ich habe gewusst, in der Abfahrt habe ich nichts zu verlieren. Es ist meine erste Weltmeisterschaft. Ich wollte einfach Spaß haben beim Skifahren, das ist ganz gut gelungen“, meinte der neue Champion grinsend.
Er verlor früh seinen Vater und bangte um die Karriere
Die Geschichte von von Allmen ist auch von einem Schicksalsschlag gekennzeichnet. 2017 verlor der Schweizer seinen Vater, und weil das Geld knapp war, stand beim gelernten Zimmermann hinter der Fortsetzung der Karriere ein dickes Fragezeichen. Mit einer Spendenaktion rettete der damals 17-Jährige schließlich seine Laufbahn und schaffte es in den Schweizer Kader. Nun erlebte Franjo von Allmen mit dem Weltmeistertitel eine gigantische Sternstunde.Von Allmen freut sich über seinen Triumph. © APA/afp / KERSTIN JOENSSON
Besonders gefreut haben sich am Sonntag auch zwei Südtiroler. Michael Gufler aus Pfelders arbeitet als Trainer der Schweizer Speedherren und hatte seine Finger bei von Allmens Erfolg genauso im Spiel wie Sepp Kuppelwieser. Dieser zählt zu den bekanntesten Servicemännern im Ski-Weltcup und ist seit zwei Jahren dafür verantwortlich, dass von Allmen schnelle Head-Latten unter den Füßen hat. Kuppelwieser betreute auch schon Ski-Größen wie Beat Feuz und Kjetil Andre Aamodt.
Von Allmen stammt aus Boltigen im Obersimmental im Kanton Bern. Der neue Posterboy der Skiwelt lebt seine Speedleidenschaft auch abseits der Pisten beim Motocrossfahren oder beim Downhillmountainbiken aus. Am schnellsten ist er aber auf der Skipiste!
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