
Zrinka Ljutic hat beim Weltcup in Simmering Geschichte geschrieben. © APA / GEORG HOCHMUTH
Fluch gebrochen: Kroatin schreibt Geschichte
Ein Youngster hat im Slalom der Damen beim Weltcup in Semmering kroatische Ski-Geschichte geschrieben. Mit einem Husarenritt fuhr Zrinka Ljutic den ersten Sieg ihres Landes seit knapp 18 Jahren ein.
29. Dezember 2024
Von: nie
Sechs Podestplätze, viermal auf dem undankbaren zweiten Platz – und jetzt endlich ganz oben: Zrinka Ljutic hat sich am Sonntagnachmittag einen Traum erfüllt und durfte den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere bejubeln. Die 20-Jährige setzte sich in einem spannenden Finale vor der Deutschen Lena Dürr (+1,75 Sekunden) und der Österreicherin Katharina Liensberger (+1,85), die sich in der Entscheidung um vier Plätze nach vorne gearbeitet hatte, durch. Damit brach sie auch den kroatischen Weltcup-Fluch: Seit dem Riesenslalom-Sieg von Janica Kostelic im schwedischen Are am18. März 2006 war den Ski-Damen vom Balkan kein Weltcup-Erfolg mehr gelungen.
Trotz eines Vorsprungs von 0,51 Sekunden auf Dürr lehnte sich Ljutic in der Entscheidung nicht zurück und griff voll an. Nach einem fulminanten ersten Sektor stand sich der Youngster aber nahezu selbst im Weg und wäre kurz nach der zweiten Zwischenzeit fast ausgeschieden. Ljutic fing sich jedoch noch rechtzeitig und brachte ihren Lauf zu Ende – samt Bestzeit im zweiten Durchgang. „Es ist unglaublich“, schwärmte sie im Interview mit dem ORF. „Am Start war ich richtig entspannt, ich wollte attackieren. Die Piste war aufgrund der Spuren schon etwas gebrochen. Und bei ein oder zwei Toren war es etwas knapp“, lachte sie. „Aber ich bin richtig glücklich.“
Rückschlag für Peterlini
Mit Martina Peterlini war nur eine einzige Azzurra im zweiten Durchgang vertreten. Nach dem ersten Lauf schielte die Trentinerin auf einen Platz in den Top 10, sogar das beste Ergebnis ihrer Weltcup-Karriere – ein siebter Rang beim Slalom von Jasna in der Saison 2020/21 – war in Reichweite. Peterlini erwischte in der Entscheidung einen soliden Start, konnte mit der Bestzeit von der Deutschen Emma Aicher aber nicht mithalten. Kurz nach der zweiten Zwischenzeit fädelte die 27-Jährige ein und kam zu Sturz, fuhr aber schließlich aus eigener Kraft in den Zielraum.Martina Peterlini ist im zweiten Durchgang ausgeschieden. © APA / GEORG HOCHMUTH
Für Peterlinis Teamkolleginnen war hingegen bereits im ersten Durchgang Endstation. Die Südtirolerin Vera Tschurtschenthaler (33./+3,90), Marta Rossetti (32./+3,73), Lucrezia Lorenzi (36./+4,09), Lara della Mea (41./+4,42) und Giorgia Collomb (43./+4,58) verpassten das Finale.
Weiter geht es für die Damen am 4. Jänner im slowenischen Kranjska Gora. Am Samstag steht dort der erste Riesenslalom im neuen Jahr auf dem Programm (9.30/12.30 Uhr), einen Tag später gibt es den nächsten Showdown im Slalom (10.00/13.00 Uhr).
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