L Ski Alpin

Karoline Pichler am Fuße der Erta in St. Vigil.

Ex-Ski-Ass Karoline Pichler: Alte Liebe rostet nicht

Nach einer bewegenden Karriere hat Karoline Pichler vor rund einem Jahr einen Schlussstrich unter ihre Laufbahn gezogen. Beim Weltcup am Kronplatz war sie dennoch dabei – und zwar in einer ganz speziellen Rolle.

Von:
Thomas Debelyak

„Ich sage offiziell Goodbye zur Liebe meines Lebens, dem Skifahren“: Mit diesen Worten verabschiedete sich Karoline Pichler im April 2024 von der Ski-Bühne. Es war ein hochemotionales Adieu, denn mit der Petersbergerin verließ eine große Kämpferin den Weltcup. Aber: So ganz weggekommen ist „Karo“ von ihrem geliebten Ski-Sport nicht. Und so war die 30-Jährige in den letzten Tagen mehrmals beim Weltcup anzutreffen – und zwar als Kamerafahrerin.


Zuerst düste sie in Cortina d’Ampezzo über die berühmt-berüchtigte Tofane, wenige Tage später stand sie auch in St. Vigil, auf der malerischen Erta-Piste, im Starthaus. „Es hat richtig Spaß gemacht, wieder auf der Piste zu sein“, sagt Pichler. Die Frohnatur schnallte sich für den TV-Vermarkter Infront die Kamera auf den Helm und warf sich jene Pisten runter, auf denen sie früher selbst um Weltcuppunkte gekämpft hat. „Es war mal schön, über solche Strecken zu fahren, ohne schnell sein zu müssen“, lacht Karo.

Karoline Pichler war jahrelang im Weltcup unterwegs. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Fast ein Jahr ist vergangen, seit Pichler nach der x-ten schweren Knieverletzung einen Schlussstrich unter ihre Ski-Karriere gezogen hat. Was ist seitdem bei der Petersbergerin alles passiert? „Ich bin relativ schnell in mein neues Leben eingetaucht und habe im Marketingbereich des Skigebiets Carezza Dolomites einen Job angetreten“, verrät die 63-fache Weltcupstarterin und ergänzt: „Ich habe während meiner Karriere schon ein Studium in Tourismus-, Sport- und Eventmanagement der Universität Bozen abgeschlossen. Ein solcher Job – wie ich ihn jetzt habe – war also immer schon mein Plan.“

Wiedersehen mit alten Freundinnen

Obwohl Pichler in ihrem neuen Leben also voll angekommen ist, macht sie ein Abstecher in alte Zeiten sehr glücklich. „Die letzten Tage haben mir schon sehr getaugt. Ich war mit meinen ehemaligen Teamkolleginnen im Hotel, wir haben viel geredet und gelacht“, so Pichler, die mit einigen Athletinnen wie Federica Brignone oder Marta Bassino immer noch gut befreundet ist.

Bleibt noch eine Frage: Vermisst eine Karo Pichler das Leben als Skirennläuferin? „Das Rennfahren an sich schon ein bisschen. Ich war eine 'Rennsau', habe dieses Adrenalin, diesen Druck also immer geliebt. Aber es war der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören“, sagt die Petersbergerin, die mit einem glücklichen Lächeln anfügt: „Das Leben nach der Karriere ist schöner, als manche vielleicht denken.“

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben. Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen sie Ihre Profil-Angaben, um Kommentare zu schreiben.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2025 First Avenue GmbH