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Sara Thaler gewährt tiefe Einblicke. © Social Media

„Es bricht mein Herz, mich so Skifahren zu sehen“

Ende Jänner stürzte Sara Thaler in Garmisch-Partenkirchen im ersten Abfahrtstraining schwer. Zwar blieb ihr Körper weitestgehend unversehrt, der Unfall hinterließ bei der 20-Jährigen aber tiefe psychische Wunden. Ihren Emotionen ließ sie in den sozialen Medien nun freien Lauf.

Nicht einmal zwei Wochen ist es her, als Sara Thaler bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Tarvis die Bronzemedaille im Super-G gewann. Obwohl sie die einzige Athletin am Start war, die im Weltcup schon in beiden Speed-Disziplinen gepunktet hatte, kam dieses Ergebnis überraschend. Denn erst zehn Tage zuvor war sie nach ihrem Sturz in Garmisch-Partenkirchen im Rahmen des Europacups im Sarntal rennmäßig auf die Skipiste zurückgekehrt. Zu allem Überfluss ging sie 24 Stunden vor dem Coup auch noch nach der Zieldurchfahrt in der Abfahrt zu Boden.


Das Talent aus St. Ulrich zog anschließend weiter nach Kitzbühel, wo erstmals nach 64 Jahren wieder Damen-Rennen stattfanden. Die Europacup-Super-Gs starteten unter der Mausfalle und endeten am Oberhausberg. Besonders der imposante Steilhang forderte den Athletinnen alles ab – so auch Thaler, die die Ränge 40 und 27 belegte. Diese Ergebnisse wurden ihrer Klasse nicht gerecht, stand sie doch schon vier Mal in dieser Rennklasse auf dem Podium.

Thaler ganz offen

Am Dienstag öffnete die Südtirolerin ihr Herz und sprach ein wichtiges Thema an: „Über Angst reden wir nicht oft genug. Der Sturz war hart, aber sich der Angst zu stellen, die darauf folgte, war noch schwieriger“, schreibt sie in einem emotionalen Beitrag. „Es bricht mir das Herz, mich so Skifahren zu sehen. Ich sehe Zögern, wo früher Vertrauen war, Angst, wo früher Instinkt war. Und die Wahrheit ist, dass das alles nicht einfach über Nacht verschwindet. Es bleibt, es verwirrt mich, es lässt mich alles in Frage stellen. Und das ist in Ordnung.“



Auf der Streif zu fahren, sei unglaublich gewesen. Gleichzeitig spricht Thaler von der „schlimmsten Erfahrung“ ihres Lebens. „Ich hatte noch nie so viel Angst, fühlte mich nie so verletzlich und hatte noch nie zuvor einen solchen Tiefpunkt erreicht. All diese starken Emotionen auf einmal zu spüren, zwang mich, mich ihnen zu stellen, sie zu ertragen und zu akzeptieren. Und jetzt bin ich bereit für das, was als Nächstes kommt.“

„Schritt für Schritt, Schwung für Schwung, werde ich meinen Weg zurückfinden“, sagt das größte heimische Speed-Talent, das mit einem vielsagenden Satz seinen Post abschließt. „Vielleicht besteht Stärke nicht darin, so zu tun, als ginge es mir gut, sondern darin, meine Schwächen einzugestehen.“ Ans Aufgeben denkt die Grödnerin aber noch lange nicht, zumal sie mit 20 Jahren noch ein Speed-Küken ist.

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