
Ein Schweizer sorgte in Beaver Creek für eine Sensation. © APA / SEAN M. HAFFEY
Ein Überraschungsmann zähmt den Raubvogel am besten
Im ersten Speed-Rennen der neuen Ski-Saison hat es eine echte Überraschung gegeben. Ein Schweizer stand am Ende ganz oben – und dieser trägt nicht den Namen von Marco Odermatt.
06. Dezember 2024
Von: dl
Justin Murisier gewann am Freitag die Abfahrt von Beaver Creek. Der 32-Jährige zähmte die Birds of Prey (auf Deutsch: Raubvogel-Piste) am besten und setzte sich zwei Zehntelsekunden vor Odermatt durch. Auch sein Teamkollege erwischte eine gute Fahrt, doch „Odi“ patzte im Schlussabschnitt und musste sich damit mit Rang zwei zufrieden geben. Dritter wurde mit Miha Hrobat ebenfalls ein Überraschungsmann.
Murisier ist eigentlich ein Riesentorlauf-Spezialist und stand dort bis dato einmal am Stockerl – 2020 in Alta Badia. In der Abfahrt war bisher ein vierter Platz sein bestes Ergebnis. „Es ist schwierig, die Emotionen zu kontrollieren“, erklärte anschließend ein überraschter Murisier, der immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen hat. Zudem hatte sich der Schweizer im ersten Training von Beaver Creek die Schulter ausgerenkt.
Justin Murisier raste zu seinem ersten Weltcup-Sieg. © APA / GABRIELE FACCIOTTI/AGENCE ZOOM
Die Geschichte von Murisier ist definitiv eine besondere: Im 186. Weltcup-Rennen steht er zum ersten Mal ganz oben. Seine Karriere war von vielen Verletzungen geprägt: Fünf Mal musste sich Murisier insgesamt am Knie operieren – davon drei Mal am Kreuzband. „Es ist ein Traum, gerade das Podest mit Marco zu teilen. Er hat mich immer unterstützt und ist ein echter Freund“, so der Routinier, der im Interview einige Tränen verdrücken musste.
Südtiroler klar geschlagen
Die Südtiroler Top-Athleten Dominik Paris und Florian Schieder erwischten einen gebrauchten Tag. Beide zeigten von oben bis unten eine fehlerhafte Fahrt und kamen nie wirklich auf Zug. Am Ende belegten Paris und Schieder die Plätze 19 und 23. Der Italiener Mattia Casse verlor sogar über zwei Sekunden. Besonders bitter ist aber die Verletzung von Guglielmo Bosca, der sich im Training schwer verletzt hatte.Dominik Paris war enttäuscht. © APA / SEAN M. HAFFEY
Christof Innerhofer verlor gar über drei Sekunden und klassierte sich jenseits der Top-40. Weiter geht es beim Weltcup in Beaver Creek dann am Samstag (18.30 Uhr) mit einem Super-G. Am Sonntag steht in Colorado zum Abschluss noch ein Riesentorlauf auf dem Programm.
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