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Sofia Goggia hatte nach dem Rennen zu hadern. © APA / BARBARA GINDL

„Ein bisschen kommen mir die Tränen, aber…“

Der WM-Super-G der Damen in Saalbach-Hinterglemm hielt großes Kino parat. Bei den Azzurre gab es nach dem Medaillenkampf ein Wechselbad der Gefühle.

Aus Saalbach-Hinterglemm

Von:
Thomas Debelyak

Rennen bei einer Weltmeisterschaft – da geht es nicht nur um Medaillen, sondern auch um ganz große Emotionen. Das wurde am Donnerstag im Zielraum von Saalbach-Hinterglemm einmal mehr klar. Fast 15.000 Fans feierten ihre große Siegerin, die Österreicherin Stephanie Venier, die mit einer Traumfahrt zu Super-G-Gold gerast ist und für die große rot-weiß-rote Party gesorgt hat.


Im Lager der Azzurri lagen Freud und Leid dagegen ganz eng beieinander. Auf der einen Seite Federica Brignone, die erstmals in ihrer Karriere bei einem WM-Super-G am Stockerl stand und die Silbermedaille holte. Auf der anderen Seite Sofia Goggia, der am Ende gerade einmal sechs Hundertstelsekunden auf eine Medaille fehlten. Im Endranking scheint die Italienerin zwar auf Rang 5 auf, doch de facto wurde Goggia Vierte, da sich Lauren Macuga und Kajsa Vickhoff Lie die Bronzemedaille teilten. Platz 4 bei einer WM tut traditionell besonders weh, da dort nur Medaillen zählen!

„Dass ich hier bin, ist nicht selbstverständlich.“ Sofia Goggia

„Ein bisschen kommen mir die Tränen, weil ich Vierte geworden bin. Auf der anderen Seite bin ich einfach nur froh, hier zu sein. Vor einem Jahr musste ich nach meiner schweren Schienbeinverletzung mit dem Helikopter antransportiert werden. Dass ich heute hier bei der WM stehe, ist alles andere als selbstverständlich“, sagte Goggia im Zielraum.

Das Podest, von links Federica Brignone, Siegerin Stephanie Venier, Kajsa Vickhoff Lie und Lauren Macuga. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT


Wo sie die Medaille hat liegen lassen, wusste die 32-Jährige sofort. „Ich habe den letzten Sprung gar nicht gut einkalkuliert. Ich war so lange in der Luft, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich gar nicht mehr am Boden ankomme. Das hat am Ende den Unterschied gemacht.“

Brignone herzt ihre Mama

Ganz anders die Stimmungslage bei Federica Brignone, die ihr viertes Edelmetall bei Weltmeisterschaften holen konnte, das erste im Super-G. Vor Freude herzte sie in der Mixed-Zone ihre Mama Maria Rosa Quario. „Eine WM-Medaille im Super-G, das hat mir in meiner Sammlung noch gefehlt. Ich war in den letzten Jahren in der Weltcupwertung dieser Disziplin zwar immer vorne mit dabei, habe sie sogar ein Mal gewonnen. Doch bei einer WM ist es mir bisher noch nie so recht aufgegangen. Deshalb bin ich heute auch stolz auf mich“, sagte eine erleichterte Brignone.

Federica Brignone wird von ihrem Team gefeiert. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT


Silber im Super-G, und das auf einer Piste, auf der sich Brignone seit dem ersten Tag nicht so recht wohlfühlt. „Das hier ist nicht meine Lieblingspiste, weil es keine richtige Stelle gibt, an der man den Unterschied machen kann. Bei den zwei Passagen, die für mich die Schlüsselstellen waren, habe ich voll riskiert, auch wenn ich wusste, dass ich dadurch hätte ausfallen können“, gestand Brignone. Nun richtet sie den Fokus auf die Abfahrt am Samstag, genauso wie Sofia Goggia. Vielleicht gibt’s ja da ein azurblaues Fest.

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