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Petter Northug will für Österreich starten – doch dort will man den 13-fachen Weltmeister nicht. © AFP / JENS SCHLUETER

Österreich will Langlauf-Ikone Northug nicht

Der 13-fache norwegische Langlauf-Weltmeister Petter Northug wird künftig definitiv nicht – wie von ihm angestrebt – für Österreich an den Start gehen.

Die Präsidentenkonferenz im Österreichischen Skiverband (ÖSV) sprach sich vergangene Woche mit einem einstimmigen Beschluss dagegen aus, sagte Sportdirektor Mario Stecher am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Innsbruck.


Man habe ein „gutes, junges, aufstrebendes Team“ – das hätten die jüngsten Erfolge gezeigt, erklärte Stecher. „Wenn man nun einen solch arrivierten Sportler, auch eine solch exzentrische Person, hinzunehmen würde, wäre das sicher nicht das Geschickteste“, begründete der Sportdirektor und frühere Spitzenkombinierer die Absage des Verbandes an den 39-jährigen Norweger, der seit 2018 nicht mehr im Weltcup aktiv war. Die jungen Sportler sollten sich „weiterentwickeln und gemeinsam in eine goldene Zukunft blicken dürfen.“

Skandale vor allem nach Karriereende

Olympiasieger Northug war vor allem nach seinem Karriereende mit mehreren Skandalen aufgefallen. Im Dezember 2020 wurde er wegen Drogenbesitzes und vier extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem Auto, dreimal davon schneller als 200 Stundenkilometer in einer 80er-Zone, zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt.

Mario Stecher erteilte den Ambitionen des Norwegers eine Abfuhr. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Zuletzt waren die Ambitionen Northugs auch bei ÖSV-Langlaufchef Alois Stadlober und Topmann Mika Vermeulen auf wenig Gegenliebe gestoßen. „Ich brauche ihn deshalb nicht, weil er mit 39 zu alt ist. Jetzt schnell einen überalterten Sportler mit diesem Lebenswandel einbürgern, kommt auch für das Image nicht gut in Österreich“, meinte etwa Stadlober.

Northug will nach wie vor für Österreich starten

Northug hatte im Dezember über Vermittlung des in Ramsau lebenden, mittlerweile ehemaligen ÖSV-Biathlontrainers Vegard Bitnes den Verband wegen eines angestrebten Nationenwechsels kontaktiert. Daraufhin folgten laut Stadlober Gespräche mit ÖSV-Funktionären, seither habe sich aber nichts mehr getan.

Northug ist 2018 vom Leistungssport zurückgetreten. © APA/afp / OLE MARTIN WOLD


„Ich will noch immer für Österreich antreten und wäre mehr als glücklich, nächste Woche nach Österreich zu ziehen. Lasst uns sehen, was passiert“, sagte Northug kürzlich in Norwegen zum ORF. Er habe die Ambition, bei den Olympischen Spielen 2026 und der WM 2027 anzutreten: „Vielleicht nächste Saison unter österreichischer Fahne.“

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