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Lou Jeanmonnot und Franziska Preuß liefern sich ein Duell um den Gesamtweltcup. © APA/afp / THOMAS ANDERSEN

Preuß versagen die Nerven: Jeanmonnot erobert Gelb

Lou Jeanmonnot hat pünktlich vor dem letzten Weltcup-Rennen der Saison das Gelbe Trikot erobert. Die Französin stürmte in der Verfolgung am Holmenkollen in Oslo zum Sieg und profitierte von der Nervenschwäche ihrer deutschen Konkurrentin Franziska Preuß.

Lou Jeanmonnot ist nur noch einen Schritt vom ersehnten Triumph im Gesamtweltcup entfernt. In einer nervenaufreibenden Verfolgung tütete die 26-jährige Französin ihren achten Saisonsieg ein und durfte sich dank der fatalen Patzer von Franziska Preuß am Schießstand auch über die Führung im Gesamtweltcup freuen. Mit 35 Punkten Rückstand war Jeanmonnot in das Rennen gestartet, am Samstagnachmittag drehte sie den Spieß um und geht nun mit einem Vorsprung von fünf Zählern in den Massenstart am Sonntag (13.15 Uhr).


Hinter Jeanmonnot, die sich nur eine einzige Strafrunde leistete, komplettierten die Schwedin Elvira Öberg (+22,2 Sekunden/2 Strafrunden) und die Schweizerin Lena Häcki-Groß (+24,2/2) das Podest. Die Norwegerin Ida Lien (+25,8/1) sorgte mit ihrem beherzten Schlusssprint schließlich dafür, dass sich Preuß mit dem fünften Platz begnügen musste (+26,3/3). Die Deutsche steuerte zwischenzeitlich auf einen zweiten Platz zu, der zumindest Schadensbegrenzung bedeutet hätte. Beim ersten Stehendanschlag versagten ihr jedoch unter dem Druck von Jeanmonnot die Nerven – zwei weitere Strafrunden waren das Resultat.

Comola stürmt nach vorn – Wierer im Mittelfeld

Deutlich besser verlief das Rennen für eine Azzurra. Samuela Comola wuchs nach dem 41. Platz im Sprint über sich hinaus und lief auch dank einer makellosen Darbietung am Schießstand auf einen starken neunten Rang (+44,5/0). Dorothea Wierer konnte sich indes um sieben Plätze verbessern, der Sprung aus dem Mittelfeld gelang der zweimaligen Gesamtweltcupsiegerin aber nicht (28./+1.58,9/1). Für Michela Carrara ging es hingegen weit zurück (43./+2.55,4/5).

Kampf um Gelb? Jeanmonnot fehlen die Worte

„Es war sehr wichtig für mich, beim letzten Schießen ohne Fehler zu bleiben“, erklärte Jeanmonnot anschließend im offiziellen Siegerinterview. „Zuletzt hatte ich immer wieder Probleme, ein Rennen sauber abzuschließen. Bevor ich an den Schießstand kam, habe ich sogar darüber nachgedacht.“ Davon ließ sich die viermalige Weltmeisterin aber nicht aus dem Konzept bringen. Auf die Frage hin, was sie über die eroberte Führung im Gesamtweltcup denkt, fehlten Jeanmonnot erst einmal die Worte. Am Ende brachte sie ein Wort dazu über die Lippen: „Unglaublich.“

Lou Jeanmonnot ist nur einen Schritt vom Gesamtweltcup entfernt. © APA/afp / THOMAS ANDERSEN


Wie viel ihr dieser Erfolg bedeutet, wurde kurz darauf klar. Als sie erklären wollte, wie sie mit dem Druck durch die Chance auf die große Kristallkugel am Sonntag umgehen will, brach die Überfliegerin kurz ab und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Danach gab sie nur kurz zu Protokoll: „Es ist mir sehr wichtig.“ Nach dem zweiten Platz hinter Lisa Vittozzi in der Saison 2023/24 soll nun die Krönung her.

Dafür muss Jeanmonnot, die am Samstag übrigens auch die kleine Kristallkugel in der Verfolgung gewonnen hat, aber den absoluten Showdown gegen Preuß am Sonntag überstehen. Im Massenstart stehen neben der Entscheidung im Gesamtweltcup aber auch die Disziplinenwertung im Fokus. Preuß (265), Öberg (224) und Jeanne Richard (204) liefern sich einen Kampf um die Kristallkugel, Jeanmonnot (188) hat nur noch Außenseiterchancen.

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