
Dorothea Wierer geht im WM-Sprint der Damen an den Start. © Pierre Teyssot
Knackpunkt Schnee? Wierer könnte letzte Lücke schließen
Am Freitag steht bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Lenzerheide der nächste Wettkampf auf dem Programm. Dorothea Wierer und Hannah Auchentaller greifen ab 15.05 Uhr im Sprint an – und dürfen sich nach ihren Leistungen in der Mixed-Staffel durchaus Hoffnungen machen.
14. Februar 2025

Von:
Christoph Niederkofler
Massenstart, Verfolgung, Einzel, Staffel – Dorothea Wierer hat sich im Laufe ihrer illustren Karriere in vier verschiedenen Disziplinen zur Weltmeisterin gekrönt. Darüber hinaus schnappte sich die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin auch in Massenstart, Verfolgung und Einzel jeweils die kleine Kristallkugel. Eine minimale Lücke gibt es aber im Trophäenschrank der Südtirolerin. Im Sprint landete sich gleich in drei Saisons auf dem zweiten Rang der Disziplinenwertung, bei Weltmeisterschaften holte sie über die 7,5 Kilometer noch nie eine Medaille. Immerhin: Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking eroberte sie Bronze.
Es wäre ein märchenhafter Erfolg, wenn ihr dieses Kunststück bei der letzten Weltmeisterschaft ihrer Karriere, die sie nach der Olympia-Saison 2025/26 beenden wird, gelingen würde. Was Mut macht: Pünktlich zur WM in Lenzerheide lief Wierer zu Top-Form auf, im Sprint von Antholz vor etwa drei Wochen landete sie auf dem vierten Platz. Und auch in der Mixed-Staffel am Mittwoch zählte die 34-Jährige zu den Besten ihrer Zunft und wandelte unter den Schnellsten in der Loipe. Sollte der Meisterschützin eine makellose Darbietung am Schießstand gelingen, ist mit ihr im Kampf um Edelmetall allemal zu rechnen.
Bedingungen als Knackpunkt?
Trotz ihrer überzeugenden Leistung zum Auftakt, wird sich das Rennen am Freitag (15.05 Uhr) aber komplett anders anfühlen. Der Grund dafür sind die Bedingungen. In der Mixed-Staffel hatten die Athleten teils mit pampigen Schnee zu kämpfen, die Temperaturen bewegten sich oberhalb der Nullgrenze. „Auf der Strecke war es wirklich komisch. Wenn man an jedem dranbleiben konnte, war es noch in Ordnung“, meinte Wierer nach dem Rennen zu SportNews. „Hat man versucht zu überholen, dann bremst es einen voll her.“Dorothea Wierer in der Mixed-Staffel in Lenzerheide. © APA/afp / FRANCK FIFE
Am Freitag erwarten Wierer und Co. völlig andere Bedingungen. Die Temperaturen stürzen in den Minusbereich, darüber hinaus ist in Lenzerheide Schneeschauer angekündigt.
Auchentaller will an Staffel-Leistung anknüpfen
Als weitere Hoffnungsträgerin der Azzurre gilt natürlich auch Hannah Auchentaller. Als Startläuferin in der Mixed-Staffel machte die 23-Jährige aus Antholz einen starken Eindruck, an den sie nun auch im Sprint anschließen will. Ihr bestes Sprint-Ergebnis in der laufenden Saison war ein neunter Platz im französischen Annecy-Le Grand Bornand, dank ihrer Quote von 89 Prozent am Schießstand, die sie unter den regelmäßigen Weltcup-Starterrinen zu den treffsichersten Schützinnen macht, darf sich Auchentaller durchaus Hoffnungen auf eine Top-Platzierung machen.Hannah Auchentaller will in Lenzerheide nachlegen. © Pierre Teyssot
Neben den beiden Staffel-Weltmeisterinnen von 2023 Wierer und Auchentaller gehen auch noch Michela Carrara und Martina Trabucchi für die Azzurre an den Start. Zu den Favoritinnen auf Gold zählen indes die deutsche Gesamtweltcupführende Franziska Preuß und deren Verfolgerin Lou Jeanmonnot aus Frankreich. Darüber hinaus schielen auch Selina Grotian (Deutschland), Titelverteidigerin Julia Simon, Justine Braisaz-Bouchet oder Jeanne Richard (jeweils Frankreich) auf einen Medaillen-Coup. Letztere äußerte sich im Interview mit SportNews zu ihrem kometenhaften Aufstieg im Weltcup.
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