
Tommaso Giacomel verpasste das Podest nur ganz knapp. © ANSA / MARTIN DIVISEK
Giacomel unterliegt seinem „Zwilling“ – Drama um Bø
Tommaso Giacomel hat in der Verfolgung beim Weltcup-Finale am Holmenkollen in Oslo einen Kraftakt sondergleichen abgeliefert – am Ende unterlag er aber seinem „Zwilling“. Sturla Holm Lægreid schnappte Johannes Thingnes Bø indes gleich zwei Kristallkugeln vor der Nase weg.
22. März 2025
Von: nie
Es war ein Bild, wie man es nur ganz selten auf der Loipe sieht. Tommaso Giacomel und Quentin Fillon Maillet starteten nur einen Tag nach dem Fünffachsieg der Norweger im Sprint als die beiden besten Nicht-Norweger in die Verfolgung. Auf den darauffolgenden 12,5 Kilometern sollte sich das Duo nicht mehr trennen, wie eineiige Zwillinge pflügten Giacomel und Fillon Maillet durch den Schnee von Oslo. Am Schießstand ließen sie die Scheiben nahezu im selben Rhythmus fallen, auf der Strecke klebten sie aneinander. Die Oberhand in diesem besonderen Schlagabtausch um Platz drei behielt schließlich Fillon Maillet (3./+23,9 Sekunden/1). Der Franzose setzte sich nach einem fulminanten Schlusssprint um 0,2 Sekunden durch und verwehrte Giacomel damit die Belohnung für dessen Kraftakt (4./24,1/1).
An der Spitze lieferten sich hingegen erneut zwei Norweger ein heißes Gefecht. Im Gegensatz zum Sprint am Freitag hatte dieses Mal Sturla Holm Lægreid im Duell mit Johannes Thingnes Bø, der seine Karriere nach dem Massenstart am Sonntag (15.40 Uhr) beenden wird, die Nase vorn – und zwar in dreifacher Hinsicht. Neben dem Weltcupsieg sicherte sich Lægreid nämlich trotz Punktgleichheit auch die kleine Kristallkugel, da er mit drei Siegen einen mehr eingefahren hat als Bø (2./+15,5/3). Noch viel bedeutender war jedoch sein dritter Coup: Dank seines Triumphes im Verfolger entschied Lægreid auch den Gesamtweltcup vorzeitig für sich.
Lægreid schwärmt nach epischem Kampf
„Es war ein Kampf, an den ich mich für den Rest meines Lebens erinnern werde“, blickte Lægreid im offiziellen Siegerinterview auf das Duell mit Bø, der trotz dreier Strafrunden nur 15 Sekunden hinter dem fehlerfreien Sieger geblieben war. „In seiner besten Form ist Johannes unmöglich zu schlagen. Aber heute ist es mir gelungen, ich habe etwas Unglaubliches geleistet.“ Für Lægreid, der schon eine olympische Goldmedaille und sieben WM-Titel bejubeln durfte, ist es nach drei zweiten Plätzen im Gesamtweltcup die erste große Kristallkugel seiner Karriere. Am Sonntag könnte sich Lægreid ein weiteres Mal belohnen: Im Massenstart liegt er mit 260 Punkten vor Eric Perrot (239) und Fillon Maillet (218) in Führung.Sturla Holm Lægreid hat den Gesamtweltcup gewonnen. © ANSA / ANDREA SOLERO
Mit Lukas Hofer (32./+3.33,8/4) und Patrick Braunhofer (40./+4.01,3/3) waren auch zwei Südtiroler am Start, das Duo musste sich auch aufgrund so mancher Strafrunde weiter hinten einreihen. Der Italiener Daniele Cappellari landete auf dem 50. Rang (+4.54,0/4).
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