
Lewis Hamilton erlebte kein gutes Ferrari-Debüt. © APA/afp / TRACEY NEARMY
Hängende Köpfe: Was ist bei Ferrari los?
McLaren hat seine Favoritenrolle zu Beginn der neuen Formel-1-Saison untermauert und mit dem Sieg von Lando Norris im Regenchaos von Melbourne vorgelegt. Doch auch andere Sachen fielen auf.
17. März 2025
Von: dpa/dl
Der Brite behielt in Australien die Nerven und triumphierte am Sonntag im ersten von 24 geplanten Rennen vor Weltmeister Max Verstappen im Red Bull und Mercedes-Pilot George Russell. Die Rückstände im Ziel waren knapp, doch die McLaren-Dominanz im Qualifying sowie phasenweise im Grand Prix gibt der Konkurrenz zu denken.
Denn Norris und der Australier Oscar Piastri hatten lange Zeit einen McLaren-Doppelsieg vor Augen, wegen eines Drehers im Platzregen wurde der Lokalmatador schlussendlich aber auf den neunten Platz zurückgespult. Zwischenzeitlich drehte das Papaya-Duo seine Runden mit einem Vorsprung von 16 Sekunden auf Verstappen. In der Zeitenjagd am Samstag hatte der Niederländer, der erstmals seit 1.029 Tagen nicht die WM anführt, als Dritter einen Rückstand von fast vier Zehntelsekunden – eine kleine Welt.
McLaren ist das Team der Stunde. © ANSA / Joel Carrett
McLaren-Teamchef Andrea Stella war freilich erfreut, dass erstmals seit 2012 ein McLaren-Pilot die WM-Wertung anführt. „Das ist wieder ein kleiner Meilenstein für unser Team“, sagte der Italiener, der aber mit gemischten Gefühlen aus Down Under abreiste. „Es sah lange so aus, als ob wir einen Doppelsieg einfahren würden.“ Sollte der MCL39 aber weiter so konkurrenzfähig sein, werde Piastri nicht lange auf gute Resultate warten müssen, ergänzte der 54-Jährige.
Probleme bei Ferrari
Stella betonte zudem, dass es noch ein paar Rennen dauern werde, bis sich die wahre Hackordnung herauskristallisiert. In China, wo kommendes Wochenende in Shanghai auch der erste von sechs Sprints auf dem Programm steht, will vor allem Ferrari zurückschlagen. Wegen einer unglücklichen Reifenentscheidung in der Regenlotterie fuhren Charles Leclerc (8.) und Lewis Hamilton (10.) an den Spitzenplätzen vorbei, was den schlechtesten Saisonstart für Ferrari seit 2009 bedeutete.Charles Leclerc wurde als bester Ferrari Achter. © APA/afp / WILLIAM WEST
Auch die Funksprüche der beiden Scuderia-Hoffnungsträger mit ihren Renningenieuren wirkten alles andere als harmonisch. „Wir lernen uns noch immer kennen. Wir werden uns in Ruhe unsere ganzen Funksprüche anhören und dann versuchen, daraus zu lernen“, sagte Neuzugang Hamilton über die Kommunikation zwischen ihm und Riccardo Adami. „Riccardo hat einen super Job gemacht. Ich bin einer, der nur dann viele Informationen übermittelt haben will, wenn ich sie unbedingt brauche“, erklärte der Rekordweltmeister.
Stella rechnet mit einer deutlichen Leistungssteigerung der Scuderia. „Es war nur das erste Rennen, wir haben noch nicht die wahre Stärke von Ferrari gesehen“, warnte der McLaren-Mann. In der Konstrukteurswertung führt McLaren nun punktegleich mit Mercedes, die „Silberpfeile“ durften mit den Rängen drei und vier für George Russell und Kimi Antonelli mehr als zufrieden sein. Russell sei ein „grandioses Rennen“ gefahren, lobte Teamchef Toto Wolff, Debütant Antonelli habe bei seiner Aufholjagd von Startplatz 16 „große Reife“ gezeigt.
Profil bearbeiten
Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.
Kommentare (0)