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Nach den obligatorischen Shakehands ging es für die Foxes in den Sommerurlaub. © G. Karpaviciute/Red Bull Salzburg

Harvey, Frank & Co.: Die HCB-Stars sind völlig am Boden

Am Freitagabend um Punkt 21.40 war die Saison des HC Bozen beendet, eine Stunde später stiegen die Foxes im Salzburger Volksgarten mit gesenkten Köpfen in den Mannschaftsbus. In der Zeitspanne dazwischen standen sie den SportNews-Redakteuren im Kabinentrakt Rede und Antwort. In diesen Gesprächen schwangen viele Emotionen mit.

Es sind Momente, die jedem Sportlerherz nahegehen. Momente, in denen die schönsten Träume verpuffen wie eine Seifenblase. Aus diesen Momenten werden Stunden, Tage, ja Wochen. Es ist die Zeit der Aufarbeitung einer großen Niederlage. Begonnen hat diese Aufarbeitung bei den Spielern des HC Bozen bereits am Freitagabend, unmittelbar nach der vierten Niederlage gegen Salzburg und dem daraus resultierenden Saison-Aus.


Der erste HCB-Crack, der sich in der Salzburger Eisarena den Fragen der wartenden Reporter stellte, war einer der Hauptdarsteller dieser Halbfinalserie: Bozens Goalie Sam Harvey. „Ich bin richtig enttäuscht. Wir hätten uns mehr verdient gehabt, denn wir haben gut gespielt. So ist Hockey – manchmal eben richtig brutal.“ Der Schlussmann glaubt auch zu wissen, woran es gelegen hat. „Wir mussten in allen Spielen einem Rückstand hinterherlaufen. Das ist hart, das ist richtig hart. Wir haben bis zu allerletzt gekämpft, doch wenn du immer ein, zwei Tore hinten liegst, dann ist das irgendwann zu viel. Das hat den Unterschied ausgemacht.“

Harvey und die unbeantwortete Frage


SportNews
hat Harvey auch gefragt, wie er diese Serie verarbeitet. Eine Serie, in der Patzer und Glanztaten von ihm zu einer wahren Gefühlsachterbahn geführt haben. Er aber sagte: „Diese Frage kann ich nicht beantworten, es tut mir leid. Ich spüre in mir so viele Emotionen, das wird Tage dauern, bis sich das legt. Dann werde ich weitersehen.“

Auch Daniel Franks Blick richtete sich nach dem Verlassen der Kabine ins Leere. Gesenkten Hauptes sagte er: „Das sind jetzt gerade die schlimmsten Momente. Es hätte vieles anders laufen können. Doch wenn du eine Serie mit 1:4 verlierst, gibt es kein hätte, wenn und aber.“ Im nachstehenden Video-Interview verrät Frank, was die nächsten Tage bei ihm und seinen Mitspielern ansteht.

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Während der Bozner Kapitän um eine sachliche Analyse bemüht war, rang ein anderer Führungsspieler der Foxes merkbar mit den Emotionen. Mit finsterer Miene und rot unterlaufenen Augen stammelte Luca Frigo: „Ich kann das nicht so schnell aufarbeiten. Ich bin jedenfalls stolz auf jeden einzelnen, weil jeder einzelne alles reingehauen hat.“

Bei Luca Frigo klafft eine tiefe Wunde

Man merkte dem 31-jährigen Routinier an, wie sehr ihm dieses erneute Aus gegen Salzburg nahe geht. „Ganz ehrlich: Ich habe die Niederlage im siebten Finalspiel vor zwei Jahren noch nicht verarbeitet, geschweige denn das letztjährige Halbfinal-Aus. Und jetzt wieder an Salzburg zu scheitern, das tut richtig weh.“

Dem stimmte ein weiterer „Oldie“ im Bozner Kader, Dustin Gazley, mit dem gleichen Tonfall bei: „Es ist hart, ich denke, wir hatten eine richtig gute Serie und mehr Chancen, aber wir haben sie nicht veredeln können. Mir tut es leid für die Jungs, weil sie nicht aufgehört haben, zu kämpfen.“
„Hanlon hat uns gesagt, wir hätten gut gekämpft, gut gespielt.“ Pascal Brunner

Bevor die HCB-Cracks in den Bus stiegen und in die Salzburger Nacht entschwanden, verriet Pascal Brunner gegenüber SportNews noch, was Trainer Glan Hanlon nach dem Spiel gesprochen hat: „Er hat uns gesagt, wir hätten gut gekämpft, gut gespielt. Aber auch solche Niederlage gehörten zum Eishockey“, so der Meraner, der im letzten Spiel nicht eingesetzt wurde. Er schloss wie folgt ab: „Auch wenn 4:1 klar aussieht, war es am Ende nicht so eindeutig. Sie waren eben kaltschnäuziger als wir.“ Danach stapfte auch Brunner in den Teambus. Für ihn und seine Mitspieler geht es jetzt in den Sommerurlaub.

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