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Mario Huber ist einer der großen Stars bei Salzburg. © EC Red Bull Salzburg / Manuel Mackinger - EC Red Bull Salzburg

Der Bruder ist der Schiri: Kuriosum bei Bozen-Halbfinale

Zu einem wahren Kuriosum ist es am vergangenen Dienstag im Halbfinale von Red Bull Salzburg gegen den HC Bozen gekommen. Zwei Brüder standen in völlig unterschiedlichen Rollen auf dem Eis.

Von:
Thomas Debelyak

Im Eishockey kommt es immer wieder zu Familienduellen. Mal spielt der Bruder gegen den Bruder, mal stehen sich zwei Cousins gegenüber, manchmal kommt es sogar vor, dass der Sohn für eine Mannschaft spielt und der Papa als Trainer hinter der Bande des Gegners steht. Doch die Konstellation, die es am vergangenen Dienstag im ersten ICE-Halbfinale zwischen dem HC Bozen und Red Bull Salzburg gegeben hat, besitzt Seltenheitswert.


Auf dem Eis standen nämlich zwei Brüder, und zwar in völlig unterschiedlichen Rollen. Mario Huber (28) ging als Stürmer für die Salzburger auf Torjagd, sein jüngerer Bruder Andreas (27) leitete das Match als Referee. Was auf den ersten Blick höchst skurril aussieht, ist in der ICE Hockey League mittlerweile keine Ausnahme mehr. Schon seit einigen Jahren zählt Andreas zu den besten Referees der ICE und so kommt es immer wieder mal zu Aufeinandertreffen mit seinem älteren Bruder und Salzburg-Star Mario.

Mario Huber, Knipser von Red Bull Salzburg. © APA / EXPA/JASMIN WALTER


Gibt es da von Seiten der Liga keine Bedenken wegen eines Interessenkonflikts? „Überhaupt nicht“, erklärt Lyle Seitz, der Director of Hockey Operations der ICE Hockey League, auf SportNews-Nachfrage. „Andreas Huber ist ein echter Profi, er geht an jedes Spiel auf die gleiche Art und Weise heran – unabhängig von der Mannschaft, den Spielern oder der Region, in der er im Einsatz ist.“
„Die ICE Hockey League hätte keine Spiel-Offiziellen, wenn eine gewisse 'Beziehung' zu einem Klub ein Ausschlussgrund wäre.“ Lyle Seitz, Director of Hockey Operations

Andreas Huber war früher selbst Eishockeyspieler, in der Saison 2017/18 brachte er es für seinen Heimatverein, den HC Innsbruck, sogar auf ein paar Matches in der ICE, die damals noch EBEL hieß. Deshalb betont Lyle Seitz auch: „Grundsätzlich hat jeder Schiedsrichter der ICE Hockey League in der Vergangenheit auf einem sehr hohen Niveau oder innerhalb der Liga gespielt. Jeder Schiedsrichter hat oder hatte irgendwann einmal eine Beziehung zu einer Region, zu einer Mannschaft, zu bestimmten Spielern. Das ist es, was Eishockey so großartig macht. Es ist eine großartige und unterstützende Kultur, die alle Beteiligten einbezieht, um Leistung zu erbringen, egal ob als Trainer, Spieler oder Schiedsrichter.“

Lyle Seitz erklärt auch, dass der Auswahlprozess der Schiedsrichter in den Playoffs leistungsabhängig sei. Während der Regular Season müssen sich die Referees empfehlen, um in der Postseason mit dabei zu sein. „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die ICE Hockey League keine Spiel-Offiziellen hätte, wenn eine gewisse 'Beziehung' zu einem Klub ein Ausschlussgrund wäre“, so Seitz, der mit folgenden Worten abschließt: „Die Leistung eines Spiel-Offiziellen wird immer der Maßstab für Entscheidungen über Einsätze sein.“

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