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Jesenice steht im Finale. © HDD Jesenice/Social Media

Meister entthront: Jesenice gewinnt wieder in der Overtime

Dritte Verlängerung, vierte Niederlage, vorzeitiges Saisonaus: Beherzt auftretende Rittner Buam mussten sich am Dienstagabend in die Sommerpause verabschieden, obwohl sie in der Halbfinalserie der Alps Hockey League (AlpsHL) gegen Jesenice nach einem unglaublichen Comeback alle Trümpfe in der Hand hatten.

Trotz eines 0:3-Rückstands in der Serie und der schmerzlichen Absenz von Diego Cuglietta glaubten die Buam vor dem Spielbeginn an ihre Chance. „Wir wissen, dass wir diese Serie noch kippen können. Wenn jeder alles gibt, dann ist es möglich“, sagte Ethan Szypula im Vorfeld des Matches. Der 100-Punkte-Mann und seine Mitspieler machten in der Stahlstadt ab dem Beginn des letzten Drittels (fast) alles richtig. Die Mannschaft von Jamie Russell ließ jedoch wie schon in der ganzen Best-of-7-Serie den Killerinstinkt vermissen. Die Folge war die 3:4-Niederlage nach Verlängerung in der 86. Minute.


Frenetische 1500 Fans sahen einen forschen Start der Hausherren, die Torhüter Colin Furlong warmschossen. Der Kanadier war aber stets auf seinen Posten und sah auf der anderen Seite eine große Chance von Robert Öhler, der aus kurzer Distanz das Tor verfehlte. Gestalteten die Gäste das Spiel im ersten Drittel noch ausgeglichen, so änderte sich dies in den zweiten 20 Minuten. Die Slowenen schnürten den amtierenden Meister teils minutenlang in dessen Zone ein und stellten Furlong unter Dauerbeschuss. Nachdem Nejc Brus von der blauen Linie nur die Latte traf, war Tjas Lesnicar mit dem überfälligen 1:0 zur Stelle. Er profitierte von einem Rückpass von Erik Svetina und ließ Furlong mit einem Schuss ins Kreuzeck keine Chance.

Buam drehen auf

Obwohl die Slowenen anschließend auf das 2:0 drängten, fiel der Treffer auf der anderen Seite. Alan Lobis erkämpfte sich im Forechecking den Puck, leitete diesen an Simon Kostner weiter, der seinerseits Ethan Szypula assistierte. Der Kanadier legte den Puck genau ins Kreuzeck. Bei einem schnell ausgeführten Konter hätte Gregor Koblar noch vor der zweiten Drittelsirene das 2:1 erzielen müssen, der Routinier verfehlte aber das leere Tor.

Marco Marzolini im Wortgefecht mit Santeri Sillanpaa. © HDD Jesenice/Social Media


Dass sich die Buam unbeschadet in die zweite Drittelpause verabschiedeten, verlieh Markus Spinell & Co. viel Selbstvertrauen. Plötzlich waren sie im Schlussdrittel aktiver, besser. Und immer wieder kam es zum persönlichen Duell zwischen Szypula und Torhüter Zan Us. Dieser bewahrte seine nun schlampiger agierende Mannschaft gleich zwei Mal vor einem Rückstand. Einmal rettete er mit der Fanghand, ein anderes Mal mit dem Knieschoner. Auch Kevin Fink vergab völlig freistehend eine hundertprozentige Chance.

Die mangelnde Chancenauswertung rächte sich: Nach einem Konter über Santeri Sillanpaa stocherte dessen Linienpartner Olli Valtola den Puck über die Linie. Nur 24 Sekunden später brandete in der Podmežakla Eishalle erneut Jubel auf: Ein Schuss von Brus wurde von Marco Marzolini noch entscheidend abgelenkt, Furlong hielt das Hartgummi nicht fest, sodass Lesnicar das leere Tor vor sich hatte.

Unglaubliches Comeback

Das letzte Wort war damit aber nicht gesprochen: Als Furlong das Eis für einen zusätzlichen Feldspieler verlassen hatte, fälschte Manuel Öhler einen Hjorth-Schuss ab, der Puck blieb vor Alan Lobis liegen, der in aller Ruhe einschob. Und damit nicht genug: Nur 64 Sekunden später gelang dem Kalterer der Ausgleich, als er nach einem Szypula-Pass vors Tor zog und Us zwischen den Beinschoner erwischte. Zur Freude der mitgereisten Buam-Fans ging es in die Verlängerung.

Tobias Graf & Co. sind ausgeschieden. © HDD Jesenice/Social Media


In dieser wurde praktisch nur auf ein Tor gespielt – nämlich auf jenes der Hausherren. Die Buam hätten das Spiel in den ersten zehn Minuten entscheiden müssen, Lobis, Markus Spinell und Adam Giacomuzzi fanden aber in Us ihren Meister. Als die Buam dann auch noch im Powerplay agierten, schien der Siegtreffer reif zu sein. Ein ums andere Mal fehlten aber Zentimeter. Und wer die Tore nicht schießt, kriegt sie meistens hinten rein. So geschah das auch an diesem Abend, denn in der 86. Minute gewann Sillanpaa ein Bully, Valtola zog ohne zu fackeln ab und stürzte die Buam so ins Tal der Tränen.

Im Finale bekommt es Jesenice nun mit dem EK Zell am See zu tun, der die Wipptal Broncos ebenfalls sweepte.



HDD Jesenice – Rittner Buam 4:3 n.V.

JES: Us (Kogovsek); Sojer-Urukalo, Brus-Selan, Slibar-Lyons, Dolinar-Seckar; Sturm-Valtola-Sillanpaa, Koblar-Lesnicar-Svetina, Slivnik-Zajc-Jenko, Dobravec-Prostor-Pecnik.
Coach: Eronen

RIT: Furlong (Plattner); Marzolini-Insam, Hjorth-Larsen, Giacomuzzi-Soracreppa; Lobis-Kostner-Szypula, Fink-Manuel Öhler-Spinell; Graf-Robert Öhler-Alex Oberrauch, Max Oberrauch-Tauferer.
Coach: Russell

Tore: 1:0 Lesnicar (32.45), 1:1 Szypula (36.51), 2:1 Valtola (53.22), 3:1 Lesnicar (53.46), 3:2 Lobis (56.12), 3:3 Lobis (57.18), 4:3 Valtola (85.27)

Zuschauer: 1445

Endstand in der Serie: 0:4

Alps Hockey League, Halbfinale:

Wipptal Broncos – EK Zell am See 0:3
Tore: 0:1 Berger (54.40), 0:2 Putnik (55.41), 0:3 Wilfan (57.33)
Zuschauer: 524
Endstand in der Serie: 0:4

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